Die Restauration- und Umbauarbeiten des ehemaligen Fahrgastschiffes „MS Fürstenberg“ durch die Marina Havelbaude. Neben der 1. Bergung und
2. Restaurierung
finden Sie hier interessante Details zur 3. Geschichte des Schiffs.

1. Heben und Bergen des Schiffes

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Die Eigentümer der Marina Havelbaude kauften Ende 2010 das gesunkene und auf Grund der Berliner Havel liegende Schiff. Durch die jahrelange Erfahrung und auch Ausbildung im Boots-und Schiffbau konnten die versierten Werftbetreiber alleine die Hebung des Schiffes durchführen.
Dabei wurde insbesondere großer Wert auf den Umweltschutz im innerstädtischen Bereich gelegt. Neben mordernen Ölsperren kamen auch Wasserabscheider zur Reingung des Wassers von ausgelaufenen Betriebsstoffen zum Einsatz.

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Durch die reibungslose Kommunikation mit den Behörden vor Ort und dem Einsatz schwerer Technik kam die Bergung zügig voran.

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Der neue Eigentümer Alexander Lorentz inspiziert schon während des Hebens die Maschienenanlage zur raschen Inbetriebnahme.

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Bilder aus dem Inneren des Schiffs

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Und hier die Unglücksursache, ein kaum erkennbares Loch durch Frostsprengung im Sanitärbereich unterhalb der Wasserlinie.

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Am Abend schwamm nach erfolgreicher Hebung das Schiff wieder auf eigenem Kiel, zwar noch mit Schlagseite, aber es schwamm!

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Während der Bergung wurde neben dem Maschinenraum ebenfalls die Maschine sofort gelenzt. Durch die vorhandenen Ölabscheider war dies umweltverträglich machbar. In der folgenden Nacht arbeitete die Crew der Marina Havelbaude nonstop an der Reparatur der Maschinenanlage und Not Elektrik, damit das Schiff zur Sicherung in die Marina verholt werden konnte.
Im Morgengrauen gaben die Mechaniker grünes Licht zum Starten der Hauptmaschine. Es rumpelte gewaltig im Bauch des Schiffes, es wurde geflucht und geschimpft. Während des zweiten Startversuches sprang der Dieselmotor sofort an.
Unverzüglich wurde die vorgeschriebene Beleuchtung gesetzt. Es wurden Reserve Lenzpumpen hoher Leistung an Bord gebracht. Mit einem zweiten Schiff der Marina Havelbaude begann am Morgen des 01.04.2010 die Überführung der „MS Fürstenberg“ mit eigener Kraft auf eigenem Kiel nach Hohen Neuendorf in Ihren neuen Heimathafen!

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Herzlich Willkommen…

 

 

2. Restaurierung der MS Fürstenberg

vermessungDie Restaurierung des Fahrgastschiffes MS Fürstenberg wurde von Anfang an geplant und ausgeführt durch die Marina Havelbaude.
Am Anfang wurde eine umfangreiche Bestandsaufnahme und Bauplanung per Kamera und später am Computer durchgeführt. Dazu wurde das Schiff komplett vermessen und mit Hilfe von modernen Konstruktionswerkzeugen maßstabsgerecht und auf den Zentimeter genau dargestellt.

Bild Vermessung

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Daraus entstanden diese Planungszeichnungen

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Kaum gezeichnet und geplant begannen die Arbeiten. Zuerst wurde komplett entkernt, der Aufbau und einfach alles weggerissen, was marode war. Es blieb der nackte Rumpf übrig

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Das hier noch erkennbare Ruderhaus wird in den nächsten Arbeitsschritten ebenfalls abgenommen. In mehreren Arbeitsschritten wird der Rumpf zuerst sandgestrahlt.

Ruderhaus

Und wieder wird geplant und gezeichnet. Alles erfolgt durch die Crew der Marina Havelbaude: Bild Ruderhaus Es wird das komplette Unterwasserschiff mit Stahlplatten als Rumpfdoppelung geschweißt Der Rumpf wird auf genau 19,95m eingekürzt, damit die MS Fürstenberg zukünftig als Sportboot mit dem Schiffspatent „E“ gefahren werden kann.

 

 

 

 

 

 

3. Geschichte

Zur Geschichte des Schiffes:

1939 wurde das Fahrgastschiff auf der Werft Stauf in Königswinter am Rhein für die Rheinische Bahngesellschaft AG in Düsseldorf als SCHLOSS JÄGERHOF gebaut. Die Taufpatin am 16. August 1939 war Frau Editha Florian. Als Begleitschiff bei der Überführung von Königswinter nach Düsseldorf wurde das Motorschiff „Kaiserpfalz“ eingesetzt.Der Neubau, 20,00 m lang, 4,40 m breit mit einem Tiefgang von 1,20 m, war für 200 Fahrgäste zugelassen und wurde von einem MAN-Diesel mit 156 PS angetrieben.

1976 wurde das Motorschiff nach Boppard verkauft.Die Josef Hewel Personenschiffahrt – Rheinfähre Boppard, Inh. Paul Mahlburg aus Boppard, setzte es unter dem neuen Namen GEDEONSECK zu Fahrtenauf dem Rhein ein. Zugelassen war das Schiff jetzt für 154 Fahrgäste.

1982 erfolgte der Verkauf des Motorschiffes nach Sasbach am Rhein. Der neue Eigner Hans-Jürgen Woditsch gab dem Schiff den Namen LIMBERG.
Bis 1990 blieb es hier in Sasbach im Einsatz.

1990 kaufte es schließlich die Reederei Bethke in Berlin.

1991 wurde das Schiff auf eigenem Kiel nach Berlin überführt und erhielt nach Umbau den Namen FÜRSTENBERG. Für den Antrieb sorgte jetzt ein SKL-Diesel aus Schönebeck mit 120 PS. Zugelassen war das kleine Motorschiff für 100 Fahrgäste, 50 im Salon und
50 auf dem Sonnendeck. In der Folgezeit lag es in Tegel öfter ungenutzt auf.

2001 kam die kleine FÜRSTENBERG wieder auf der Havel für die Reederei Bethke, Fürstenberg-Wesenberger Personenschiffahrt zum Einsatz, mit Abfahrten in
Fürstenberg und Oranienburg.

2008 gab es von der Reederei Unger, der das Schiff jetzt gehörte, Pläne, das Schiff zu einem „Themenschiff“ umzubauen. Es sollte als Wikingerschiff mit dem Namen „Haitabu“ neben dem Piratenschiff „Freibeuter“ wieder in Berlin fahren. Das wurde aber nicht mehr realisiert.

2010 sank das Motorschiff in Spandau auf Grund, wurde aber von der Marina Havelbaude in Hohen Neuendorf schnell wieder gehoben. Die Marina Havelbaude in kaufte das marode Schiff im November 2010 und möchte die FÜRSTENBERG für die Marina wieder aufbauen.

2011 läuft die Rekonstruktion des Schiffes auf Hochtouren.