Hallo Skipper,

es ist schon einiges was wir so jedes Jahr auf dem Wasser erleben. In dieser Saison wollen wir einige Themen mit unserem Blog aufnehmen und als Seemannsgarn mit den Gästen und Skippern in unserer Marina teilen.

Wer kennt es nicht, wenn mal wieder einiges schief geht und die Urlaubskasse Gefahr läuft, durch nicht vorhersehbare Ereignisse zu schrumpfen. Das Gefühl, wenn aus einer gefüllten Brieftasche eine Börse aus Zwiebelleder wird. Manchmal ist es eine zickige Maschine, die mitten in der Fahrrinne den Geist aushaucht und die Schraube zum Stillstand kommen lässt und nicht selten wie von Geisterhand einige Aggregate den Dienst versagen.

In diesem Jahr hatten wir schon einige Fälle von plötzlich ausgefallenen Dieselmaschinen oder verreckte Bugstrahlruder. Natürlich immer, wenn man unterwegs ist – wann auch sonst.

Mit anderen Worten haben wir alle schon das eine oder andere kuriose Erlebnis auf dem Wasser gehabt. Aber auch hartgesottene Hafenmeister bekommen ab und zu ein Auge, wenn was ganz außergewöhnliches passiert!

So geschehen vor einigen Tage.

Die Story beginnt wie viele mit einem Sportmotorboot, das zwei Maschinen hat und zwei Z-Getriebe (Volvo Penta). Am Z-Getriebe hängen jeweils zwei gegenläufige Schrauben, um das Boot auf Geschwindigkeiten zu bringen, die niemals in unseren Gewässern erreicht werden dürfen, wenn man nicht die Staatskasse neben einem verlorenen Führerschein noch Unmengen an Geldstrafe dazu addieren möchte.

Genau mit einem solchen Boot fuhr ein Gast (Rentner mit Frau) auf einem See in der Nähe von uns spazieren. Um es den Nachmittag gemütlich zu haben, fuhr der gute Mann rückwärts an das Ufer und ließ sich von seiner Frau in den Slot einweisen. Laut Überlieferung war es ein breiter Streifen von einigen 10 Metern, auf dem die beiden relaxen wollten.

Doch Sie fuhren mit dem Boot zu weit an das Ufer und die Schrauben wühlten ein wenig im Sand und einen Augenblick später blieb eine der Maschinen abrupt stehen. Nun ja, manchmal ist es ganz gut wenn man 2 Maschinen hat. Denn dann kann man mit einer von beiden nach so einem Problem noch weiter fahren. Gesagt, getan, die beiden fuhren noch bis zu uns und baten um einen Slip, damit man die Schraube wechseln kann.

Als wir das Boot aus dem Wasser holten, haben wir das Problem zum ersten Mal richtig sehen können und nach einhelliger Meinung ist keinem bisher ein solcher Fall unter gekommen.

An der Stelle – so muss man es deuten – wo die beiden das Problem aufnahmen, hatte irgendwan ein anderer Bootsbesitzer einen Anker (mit Stahlkette!!) verloren. Genau an dieser Stelle grub die Schraube den verlorenen Anker aus und die Kette wickelte sich zwischen den gegenläufigen Propellern auf. Der Mann hatte Glück im Unglück, denn nur die Schraube wurde in Mitleidenschaft gezogen und aus irgendeinem Grund rissen die Sollbruchstellen nicht ab und auch das Getriebe und der Antrieb bleiben heil.

Die Reparatur gestaltete sich relativ easy und zum Glück blieben die Kosten auf einem vernünftigen Rahmen beschränkt. Der Besitzer hatte bereits 4 nagelneue Ersatzschrauben an Board, die er sowieso irgendwann wechseln wollte. Somit wurde nur wenig der Finanzen verbrannt und der Urlaub konnte nach einem Tag fortgesetzt werden. Die Bootsversicherung war Asche, denn bei der Selbstbeteiligung von 500 Euro fiel der Schaden unterhalb dieser Eigenbeteiligungs-Kosten aus und die Versicherungsvertreter können entspannt Ihren BMW weiter volltanken 😉

In diesem Sinne noch ein paar Bilder von dieser Havarie, die unserer Meinung nach den ersten Platz bis jetzt belegt !!!

Euer Hafen Team